Lagerverwaltungssystem nach Maß: was es können muss und wann es sich lohnt
Warum ein Standard-Lagerverwaltungssystem oft nicht passt
Wer nach einem Lagerverwaltungssystem sucht, landet schnell bei zwei Extremen. Auf der einen Seite stehen einfache Lager-Apps, die Bestände zählen, aber weder Chargen noch Mandanten kennen. Auf der anderen Seite große WMS-Pakete, deren Einführung ein eigenes Projekt mit Beratertagen ist. Dazwischen arbeiten viele Lager mit einer Warenwirtschaft, die Lager nur nebenbei kann, und mit Excel für den Rest.
Ein Fall aus unserer eigenen Arbeit zeigt, wo es hakt. Ein Kunde von uns lagert mehrere tausend Paletten und wickelt daneben den Versand für andere Händler ab. Für Standardsoftware ist das ein Sonderfall: Entweder sie kann Lager, oder sie kann Versandabwicklung, und beides zusammen führte zu Doppelarbeit und Zetteln. Wir haben ihm ein Lagersystem gebaut, das genau seinen Ablauf abbildet, und die Verbindung zu seinem Shop gleich mit. Ein Auftrag, ein Weg, keine Übertragung von Hand. Künstliche Intelligenz steckt darin bewusst nicht, weil klare Regeln diese Aufgabe schneller und günstiger lösen.
Was eine gute Lagerverwaltungssoftware im Alltag leisten muss
Das wichtigste Ziel ist ein Bestand, dem ihr glauben könnt. Das gelingt nur, wenn jede Bewegung dort erfasst wird, wo sie passiert: am Lagerplatz, mit einem Scan, im selben Moment. Eine Tabelle, die abends nachgepflegt wird, läuft der Wirklichkeit immer hinterher. Ein vergessener Eintrag reicht, und der Shop verkauft Ware, die schon weg ist.
Der zweite Punkt sind die Wege. Ein System, das Picklisten nach Laufweg sortiert und am Platz sagt, was zu greifen ist, macht euch unabhängig vom Gedächtnis einzelner Kollegen. Neue Aushilfen im Weihnachtsgeschäft sind nach einer kurzen Einweisung produktiv, weil das Handy sie führt.
Drittens der Versand. Jede Bestellung, deren Adresse jemand von Hand in ein Versandportal kopiert, ist eine Gelegenheit für einen Zahlendreher in der Postleitzahl. Wenn das Lagersystem das Label direkt beim Paketdienst anfordert und die Sendungsnummer zurück an den Shop meldet, verschwindet dieser Arbeitsschritt ganz. Eure Leute packen, statt zu tippen, und die Kundin bekommt ihre Versandmail, ohne dass im Büro jemand daran denken muss.
- Lagerplätze mit eindeutiger Kennung und Bestand pro Platz
- Scan bei jedem Ein-, Um- und Auslagern
- Chargen und MHD mit Entnahme nach FEFO, wo es um Lebensmittel, Kosmetik oder Tiernahrung geht
- Kontrollscan am Packtisch gegen Fehlgriffe
- Versandlabel und Sendungsnummer ohne Kopieren und Einfügen
Fulfillment für andere Händler: Mandanten, Portal, Abrechnung
Sobald ihr für mehrere Händler lagert, werden aus einem Lager eigentlich mehrere. Jeder Kunde hat eigene Artikel, eigene Versandregeln, eigene Beilagen im Paket und meist einen eigenen Shop, aus dem die Bestellungen kommen. Ein mandantenfähiges WMS trennt diese Welten sauber, obwohl die Ware im selben Regal stehen kann.
Für eure Kunden ist ein eigenes Portal der größte Gewinn. Sie sehen ihre Bestände, offenen Aufträge und Retouren selbst, statt euch täglich per Mail zu fragen. Für euch zählt die Abrechnung: Wenn Stellplätze, Picks, Pakete und Sonderleistungen beim Arbeiten mitgezählt werden, ist die Rechnung am Monatsende schnell erstellt. Welche Positionen ihr abrechnet, legt ihr fest, nicht die Software.
Chargen, MHD und Rückverfolgbarkeit
Lagert ihr Lebensmittel, verlangt Art. 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002, dass ihr nachweisen könnt, von wem ihr eine Ware bekommen und an welche Unternehmen ihr sie geliefert habt. Endverbraucher müsst ihr dafür nicht erfassen. Wie ihr das dokumentiert, schreibt die Verordnung nicht im Detail vor. Mit Chargennummern im Lagersystem lässt sich bei einem Rückruf aber in Minuten sagen, welche Sendungen betroffen sind, statt Lieferscheine von Hand zu durchsuchen.
Dasselbe Prinzip hilft auch außerhalb von Lebensmitteln: bei Kosmetik, Ersatzteilen oder Ware mit Seriennummer. Je früher die Charge beim Wareneingang erfasst wird, desto weniger Arbeit macht sie später. Wer Ware mit Haltbarkeit führt, profitiert zusätzlich von der Entnahme nach FEFO: Das System schlägt beim Picken immer die Charge mit dem kürzesten MHD vor, und abgelaufene Ware fällt auf, bevor sie beim Kunden landet.
Schnittstellen, Tempo, Datenschutz und Betreuung
Ein Lagersystem steht nie allein. Es muss mit Shops wie Shopify, WooCommerce oder Shopware reden, mit Marktplätzen wie Amazon und eBay, mit den Paketdiensten und mit der Buchhaltung. Weil wir individuell bauen, binden wir an, was diese Systeme über ihre Schnittstellen anbieten, auch wenn es kein fertiges Plugin dafür gibt.
Im Lager zählt jede Sekunde zwischen Scan und Rückmeldung. Deshalb schreiben wir schlanken Code, der auch auf einem älteren Handscanner und bei schwachem WLAN hinten in der Halle zügig reagiert. Gehostet wird in Deutschland, mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Und weil ein Lager nicht nur zu Bürozeiten arbeitet, erreicht ihr uns rund um die Uhr. Am Anfang steht ein kostenloses Erstgespräch, gern bei euch im Lager in Bielefeld, Herford, Gütersloh oder sonst in OWL, sonst per Video.